Integrale Medizin: Das sind Eiweißspeichererkrankungen

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile. Das zeigt sich auch in der Medizin immer mehr. Krankheit,  aber auch Heilung entsteht oftmals aus vielen Aspekten, die die Schulmedizin außer Acht lässt.

 

Eiweißspeichererkrankungen

Im letzten Artikel ging es um eine integral ausgerichtete gesündere Ernährungsform, woran ich heute nochmals anknüpfen werde. Je mehr ich um die Zusammenhänge einer gesunden Ernährungsweise weiß, desto eher gelingt die Umsetzung in das praktische Alltagsleben. Es geht dieses Mal um die Erkenntnisse von Prof. Wendt, der die Begrifflichkeit „Eiweißspeichererkrankungen“ in den 1940er Jahren geprägt hat. In der Schulmedizin findet sein Konzept bis heute leider keine Beachtung, OBWOHL seine wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht widerlegt werden konnten. An der Negation dieser Erkenntnisse ist letztlich eine ganze Industrie geknüpft.

Im Gegensatz zu Kohlenhydraten, die letztendlich im Blut als Einfachzucker (Glukose) erscheinen, treten Eiweiße in einer Vielzahl von unterschiedlichen Verbindungen im menschlichen Körper auf. Ich beschäftige mich heute erneut mit dem „Zuviel“ an Eiweiß , weil das unsere heutige westliche Gesellschaft und Ernährungsweise nun einmal am Nachhaltigsten prägt.

In diesem Zusammenhang erwähne ich den Begriff „Schlackenstoffe“, der in Naturheilkunde schon immer einen sehr zentralen wie auch „schwammigen“ Begriff darstellt. Es soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass vielerlei Stoffwechselprodukte entstehen, die ausgeschieden werden müssen, manchmal aber nur unzureichend ausgeschieden werden und sich damit im Körper in unterschiedlichen Körpergeweben anreichern können.

Von der Schulmedizin belächelt oder ignoriert heißt es dort stattdessen „Amyloid-Plaques“, AGEs (andvanced glycation end products) oder arteriosclerotische Plaques. Diese Eiweißprodukte wie AGEs entstehen u.a. durch oxidativen Stress, durch zu hohe Blutzuckerspiegel, schlechter Durchblutung, durch gebratene, frittierte und gegrillte tierische Lebensmittel in ganz erheblichen Maße und werden über den Verdauungstrakt aufgenommen.

Eiweißfasten statt Low-Carb

Prof. Wendt sah z.B. beim Altersdiabetiker und beim Patienten mit Bluthochdruck nicht die kausale Therapie in der (medikamentösen) Senkung des Blutzuckers oder des Bluthochdrucks, sondern in der Behandlung der schlechten Nährstoff-und Sauerstoffversorgung aufgrund einer verdickten Gefäßbasalmembran durch Eiweißablagerungen. UND das geschieht am besten durch deutliche Reduktion der Aufnahme von tierischen Eiweißprodukten. Also Eiweißfasten! (Ganz im Gegensatz zum heutigen Trend der Low-Carb-Diäten) Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt beim erwachsenen Mann im Alter zw. 25-51 Jahren 57 g Eiweiß/Tag und bei der Frau im gleichen Alter 48 g Eiweiß/Tag.

Es werden aber durchschnittlich 74 g/Tag verzehrt. Im Durchschnitt sind die Deutschen mit ca. 40 % überversorgt. Die Hauptquelle ist tierisches Eiweiß in Form von Fleisch, Wurst, Käse und Milch. Die sog. Eiweißspeichererkrankungen entstehen, wenn der Abbau – und Ausscheidungsvorgang von überschüssigem Eiweiß (Harnstoffzyklus) überfordert ist aufgrund von zu hohem Angebot von Eiweiß.

Harnstoff wird ausschließlich in der Leber produziert und dient der Ausscheidung von Stickstoff mit dem Urin. Stickstoff entsteht beim Abbau der Eiweißbausteine, der Aminosäuren. Das erklärt auch, warum in naturheilkundlichen ganzheitlichen Therapieansätzen die Leberfunktion mit ihrer Entgiftungsfunktion vielfach in den Mittelpunkt gestellt wird. Denn: Natürlich hilft es auch die Funktionsleistung der Leber anzukurbeln, um damit z.B. den Harnstoffzyklus anzuregen und damit mehr überschüssiges Eiweiß abbauen zu können. Noch besser wäre aber, unser Essverhalten wieder ins rechte Lot zu bringen und einfach – zumindest – weniger von tierischen Eiweiß zu uns zu nehmen bzw. beides miteinander zu kombinieren, um Eiweißspeichererkrankungen zu vermeiden.

Was sind die Auswege?

Was ist zu tun? Immer mehr Geld in fragliche Medikamente stecken? Immer mehr fragliche Tierversuche? Weiterhin „Augen zu“ und nach dem Motto „immer mehr?“ Damit einige wenige tatsächlich mehr haben, aber die Allgemeinheit und die Tierwelt missbraucht wird? Ich esse selbst gerne ein Stück Fleisch; ich verzichte regelmäßig phasenweise komplett auf tierische Produkte und versuche in der übrigen Zeit, sehr bewusst damit umzugehen.

Ich weiß um die schädliche Wirkung des Zuviel an tierischem Eiweiß und möchte Denjenigen eine Hilfe sein, die bereits gesundheitliche Probleme haben, die auf eine Eiweißspeicherkrankheit zurückzuführen sind und für Diejenigen, die präventiv für ihre Gesundheit etwas tun wollen und/oder aus ethischen Gründen (was ich sehr gut verstehen kann) ihre Ernährung umstellen wollen. Nach meiner Erfahrung aus der eigenen Praxis kann ich behaupten, dass eine grundlegende Umstellung der Ernährung bei unten genannten Erkrankungen immer eine Verbesserung der subjektiven Befindlichkeit herbeiführen konnte, was fast immer durch verbesserte Laborwerte bestätigt werden konnte.

Hier einige Erkrankungen, die mit zu viel Eiweiß assoziiert werden können:

  • Fettstoffwechselstörungen und Gewichtszunahme
  • Blutverdickung und gesteigerte Gerinnungsneigung
  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose, Herzinfakt, Schlaganfall
  • Rheuma, Arthrose, Gicht, Nierenentzündungen und Diabetes Typ II
  • Autoimmunerkrankungen

Um es ganz deutlich zu machen: Unsere sog. zivilisationsbedingten Erkrankungen sind meiner Meinung nach ganz häufig selbstgemacht und in vielen Fällen (sofern sie nicht zu lange bestehen) heilbar oder zumindest abzumildern. Von den denaturierten Nahrungsmitteln und den vielen tierischen Produkten samt Milchprodukten lebt eine riesengroße Industrie – letztendlich profitiert auch ein großer Zweig der Gesundheitsindustrie davon.

Und meine Generation und die nachfolgende und vorherige ist damit aufgewachsen, dass genau diese Ernährungs-und Lebensweise genau die Richtige ist, die wir nach der Nachkriegszeit im Westen leben und nunmehr auf die Spitze getrieben haben.

Das Rechte Maß finden

Auch wenn seit langen schon wissenschaftliche Belege existieren, dieses notwendigerweise zu verändern ist es sehr schwer als Einzelner und als Gesellschaft das auch in die Handlung/Wandlung zu bringen. Das weiß jeder der schon mal versucht hat alte eingefahrene Gewohnheiten durch bessere, neu gewählte zu ersetzen.

Was ist nun der Sinn für uns Menschen? Ich meine, „Loslassen“ von dem was wir als Menschen glauben festhalten zu müssen (z.B. von Glaubensätzen wie Milch und Milchprodukte sowie Fleisch seien für uns Menschen lebensnotwendig).

Zu erkennen, dass wir damit einen aktiven Beitrag leisten könnten unseren Planeten und die großen Probleme unserer Zeit (z.B. Welthunger, Weltklima) wieder ein Stück weit zu „heilen“. Die Kunst ist jedoch, daraus keine neue „Religion“ zu betreiben, sondern das was aus der Waage gekommen ist wieder ins Lot zu bringen OHNE Extreme zu verfolgen UND trotzdem es ernst mit einer Verhaltensumkehr zu meinen.

Die eigene Gesundheit, die Tierwelt und unser Planet werden es uns danken. In diesem Sinne wünsche ich uns einen Start in eine bewusste, ausgewogene und heilvolle Grillsaison mit möglichst viel Gemüse…

 



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