Integrale Medizin: So meistern Sie die Wechseljahre

Integrale Medizin: So meistern Sie die Wechseljahre

Die Wechseljahre haben einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden.
Ab etwa dem 45. Lebensjahr wird für die meisten subjektiv und auch objektiv vieles anders im Leben. Das gilt für beide Geschlechter. Die aufbauende, orientierende Experimentierphase ist nun endgültig vorbei. Jetzt sollte alles im Lot sein, denn für die meisten spielt der Sicherheitsfaktor im Leben eine große Rolle. Oft stehen wir aber im Alter zwischen 40 und 50 noch so richtig im Lebenssturm: Beruf, Familie, „Selbstverwirklichung“…

Die meisten wünschen sich, dass nun alles etwas ruhiger und sinnerfüllter wird. Darum fallen in dieser Lebenszeitspanne auch viele in eine echte Sinnkrise. Was ja auch wirklich „Sinn“ macht – Wir fragen uns, ob uns das Bisherige er-füllt und ge-füllt hat (Beruf, Partnerschaft, Familienplanung). Ob wir wirklich unseren Traum erfüllt haben oder aber nochmal ein Kurswechsel nötig ist. Denn wir spüren – und es ist irgendwann auch nicht mehr zu übersehen – dass die ersten Lachfältchen zu Altersfalten geworden sind und unsere Jugend – ob wir es wahr haben wollen oder nicht – vorbei ist.

Viele finden sich in dieser Zeit in verschiedensten Seminaren und Workshops wieder, die genau diese Sehnsucht nach Sinnerfüllung bedienen. Wir suchen diesen tieferen Kontakt zu uns selbst und dem, was wir nicht so richtig benennen können – dem größeren Ganzen? Das fällt uns nun auch leichter, da wir uns der Endlichkeit gewahr werden und unser Körper – auch wenn es sich hart anhört – zusehends „zerfällt“. Darum machen die Seminare und Workshops auch Sinn, sofern es keine Ablenkung vom Eigentlichen ist – UND schlussendlich liegt die Erfahrung der Sinnerfüllung im Leben selbst und wir lernen, von dem – nun zunehmend auch als oberflächlich bezeichnet – ewig Jugendlichem loszulassen, um uns in die Tiefe mit uns und dem Leben zu begeben.

Auch, wenn es einige versuchen; die oft gespürte Müdigkeit, die nach 40-50 Jahren in jeder Zelle steckt, kann nicht mit dem Skalpell weggeschnitten werden, darum sehen die Ergebnisse – auch wenn es objektiv sehr gelungen erscheint – meistens irgendwie befremdlich aus – meines Erachtens, weil es eine vorhandene Inkongruenz zum Vorschein bringt.
Wir werden vom Leben in den Prozess von Loslassen und Annehmen gedrängt. Neben diesem natürlichen Prozess findet die hormonelle Veränderung statt, was die anderen körperlichen Veränderungen wie vermehrte Fettansammlung um Hüfte und Bauch, schlafferes Bindegewebe, trockenere Haut und Schleimhäute (bes. Augen und Scheide) bedingt. Die unbeschwerte Lebensfreude ist oft verloren gegangen und unterliegt größeren Schwankungen als zuvor. Vermehrt Ängste und Schlaflosigkeit und depressive Verstimmungen sowie Gereiztheit gesellen sich dazu. Oft kommen erste Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Herzklopfen, Schlappheit, Verdauungsstörungen dazu.
Die Hitzewallungen – erst nachts, dann auch tagsüber bei der Frau sind nur die Spitze des Eisbergs und alle anderen zuvor genannten Veränderungen gehören als Vorläufer dazu und können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Sichere Wechseljahressymptome beim Mann sind zunehmende Stimmungsschwankungen, Kraftlosigkeit und Abfall der Libido. Diese Veränderungen an Körper, Geist und Seele liegen an vielerlei Hormonveränderungen. Bei der Frau insbesondere am Absinken des Progesterons und des Östradiols und beim Mann hauptsächlich am Absinken des Testosterons.
Nicht jede Frau und nicht jeder Mann leidet an den Beschwerden, aber die meisten Frauen zumindest an einem oder mehreren beschriebenen Symptomen und bei den Männern ist es deutlich weniger, die subjektiv an Wechseljahresbeschwerden leiden (ca. jeder zehnte). Demgegenüber stehen Frauen und Männer, an denen die Jahre scheinbar spurlos vorüberziehen. Menschen, die bis ins höhere Alter kaum an Attraktivität, Lebenslust und sexueller Lust Einschränkungen erfahren. Deren Nebennieren arbeiten optimal und kompensieren den deutlichen Hormonabfall der primären Hormonproduktionsstätten Eierstöcke und Hoden. Diese Menschen altern viel langsamer und bekommen viele Alterskrankheiten nicht oder nur abgemildert.

Was ist also zu tun?
Haben mich die Wechseljahre derart erreicht, dass ich etwas tun will, sollte ich mir klar werden auf welcher Ebene (Körper, Seele, Geist) leide ich am meisten: Ich werde feststellen, dass das kaum voneinander zu trennen ist und alles ineinandergreift. Leide ich an Schlafmangel beeinflusst es mein Gemüt und auch meine seelische und irgendwann auch die körperliche Verfassung. Leide ich an Lustlosigkeit (geistig-seelisch wie auch sexuell) beeinflusst es z.B. auch meine Partnerschaft und meine Sichtweise auf die Welt etc.
Anerkennen, dass das, was mit meinem Körper passiert, in Ordnung ist und so vom Lebensplan gewollt ist. Anerkennen, dass diese Phase des Werdens einen tiefen Sinn hat, nämlich den, dass in der zweiten Hälfte oder letztem Quartal die eigentliche Essenz ans Licht kommen darf UND MUSS. Dass die Beschwerden uns tief in unsere eigene Matrix holen und uns befreien wollen. Befreien von den ganzen Irrtümern und dem Schein des menschlichen Seins. UND trotzdem werde ich mir vielleicht immer wieder gewahr, dass ich nicht loslassen kann und vielleicht auch noch nicht will und am Alten festhalte. Nicht bereit bin in die Tiefe meines ICH’s zu steigen. – Auch okay
Damit die Attraktivität des Älterwerdens in Erscheinung treten kann, ist es meines Erachtens notwendig, von der „jugendlichen Attraktivität“ (bis ca. 40) loszulassen und diesen Prozess anzunehmen. Ich sehe immer wieder in meiner Praxis in die Jahre gekommene attraktive Menschen, die scheinbar annehmen können was ist und – ähnlich wie die Frau in der Schwangerschaft – von innen nach außen strahlen. Wunderbar!

Ich will als männlicher Schreiberling nicht verkennen, dass die Stürme bei der Frau meistens sehr viel härter sind und es vollkommen in Ordnung ist, gegen die Heftigkeit etwas zu unternehmen.
Sportliches Ausdauertraining wie Joggen, Radfahren und Schwimmen sind ein Hormon-Booster! Trainierte Muskeln lassen jeden Körper länger jugendlich aussehen und z.B. viele Verletzungen oder operative Eingriffe milder verlaufen.
Reicht das nicht, gibt es die Möglichkeit bei einem/r erfahrenen Therapeuten/in Hilfe zu finden. Die TCM, die Phytotherapie, eine Hormonanalyse und die sinnvolle Hormonergänzung in natürlicher, respektive naturidentischer Weise kann sehr zuverlässig und schnell Abhilfe schaffen! CAVE: Finger weg von chemischen Hormonen! Diese sind nämlich in Wirklichkeit auch keine echten Hormone, sondern nur chemische Wirkstoffe, die hormonähnliche Wirkung erzielen, da sie an körpereigen Hormonrezeptoren andocken. Diese sind erwiesenermaßen mit hohen Nebenwirkungen versehen und krebszellfördernd.

Kurzfassung der in dieser Phase wichtigen NATÜRLICHEN Hormone:
Östrogene schützen die Gefäße und lassen sie langsamer altern; dadurch erkranken Frauen seltener und später an Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfällen. Sind Östrogene und Progesteron in Balance, sinkt das Risiko, an Brustkrebs und Osteoporose zu erkranken. Anfang/Mitte 40 brauchen die meisten Frauen natürliches Progesteron ergänzt. Dieses Hormon bessert die Stimmung und wirkt sich sehr positiv auf die Gewebsspannung und Gelenke aus. Zudem gelingt es den Frauen dadurch leichter ihr Gewicht zu halten. Gegen Ende der 40 brauchen viele Frauen zusätzlich ein naturidentisches Östrogen. Es können auch andere natürliche Hormone sinnvoll sein zu ergänzen, je nachdem was die Hormonanalyse anzeigt.
Männern fehlt wie schon erwähnt im Wesentlichen das Hormon Testosteron. Dieses sollte nur in seltenen Fällen als Testosteron ergänzt werden. Besser und viel harmloser ist die Gabe der Vorstufenhormone Progesteron und DHEA. Auch helfen Männern oft pflanzliche wie homöopathische Mittel, die die Nebennierenfunktion anregen.
Ich wünsche uns allen, die in diese Phase kommen oder bereits sind, klare Gedanken und vollkommene Hingabe in diesen Prozess UND eine integrale Unterstützung von einem erfahrenden Therapeuten/in.



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